Ein großes, weißes Kreuzfahrtschiff fährt mitten in eine Stadt aus blauen, gelben und grünen Häuserchen hinein, die mit ihren rundbogigen Giebeln so aussehen, als hätte sie ein Filmarchitekt für die Illusion eines Rembrandt-Films gebaut und vergessen. Es ist aber die Wirklichkeit von Willemstad auf Curacao. Die Insel Curacao ist das „C“ der niederländischen ABC Inseln und liegt im Süden der Karibik unmittelbar vor der Küste Venezuelas. Die Insel ist eines der Highlights einer Karibik Kreuzfahrt. Mit einer Länge von ca. 60 Kilometern und einer Breite maximal 15 Kilometern ist Curacao größer als ihre Schwestern Aruba im Westen und Bonaire im Osten. Die Landschaft Curacaos ist reizvoll und abwechslungsreich. Das trockene Klima prägt die Insel mit Agaven, Dornsträuchern und meterhohen Kakteen. Die savannenähnliche Vegetation entfaltet einen ganz eigenen Charme und besonderen Reiz. Fast zum Wahrzeichen von Curacao sind die Divi-Divi-Bäume mit ihren bizarren, vom Nordost-Passat geformten Windflüchterkronen geworden.
© Curacao Tourist Board
Gelegentlich trifft man in der kargen Landschaft auf alte Gutshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Zu den bekanntesten gehört das ca. vier Kilometer von Willemstad entfernte Landhuis Chobolobo, in dem eine Destillerie für Curacao-Likör untergebracht ist. Dieses in aller Welt bekannte Getränk wird mit Extrakten aus den Schalen unreifer Pomeranzen versetzt und erhält dadurch sein unverwechselbares Aroma. Ein willkommenes Souvenir.
Politisches Zentrum und gleichzeitig größte Stadt der Niederländischen Antillen ist Willemstad mit seinen etwa 80.000 Einwohnern. Die beiden durch die Sint Anna Baai (einem Meeresarm) getrennten Stadtteile Otrabanda und Punda werden durch die bewegliche Queen Emma Pontoon Bridge verbunden. Willemstad ist eine touristischen Attraktion ersten Ranges und ein beliebten Ziel vieler Karibik Kreuzfahrten. Dazu trägt die fast unveränderte niederländische Stadtarchitektur des 17. bis 19. Jahrhunderts bei. Seit 1997 ist die restaurierte Innenstadt mit ihren bunten Gebäuden im holländischen Kolonialstil ein Weltkulturerbe der UNESCO.
Als Shell Anfang des Jahrhunderts eine Ölraffinerie auf der Insel in Betrieb nahm, kamen Einwanderer von überall her. Seitdem ist die Insel ein Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen. Es wird niederländisch und englisch gesprochen. Den Menschen auf der Straße unterhalten sich auf Papiamento. Eine lustige Mischung diverser Sprachen. www.curacao.de www.curacao.com
Kreuzfahrtschiffe laufen Willemstad an und machen entweder am neuen Curacao Mega Pier oder am Curacao Cruise Terminal gleich hinter der gewaltigen Queen Emma Pontoon Bridge fest. Diese macht für die ein- und auslaufenden Kreuzfahrtschiffe Platz. Ein interessanter Anblick. Der modernen Piers liegen also Mitten in der Stadt. Das Stadtzentrum können Sie in 5 bis 10 Minuten bequem zu Fuß erreichen. Hier werden Sie sich leicht zu Recht finden. Zwei bis drei Stunden reichen für die Besichtigung von Willemstad in der Regel aus.
Taxen warten auf Sie an beiden Anlegestellen. Die Preise sind festgelegt. Sie können sich bereits im Hafengebäude informieren. Die Fahrer sollten aber auch eine Preisliste haben. Klären Sie aber die Preisfrage bevor Sie einsteigen. Eine Inseltour kostet pro Stunde 20 bis 30 US Dollar für bis zu vier Personen. Der öffentliche Busverkehr ist begrenzt. Die großen gelben oder blauen DAF Busse werden Konvooi genannt und fahren „über Land“. Der Nahbereich rund um Willenstad wird durch Kleinbusse abgedeckt. Diese heißen auch „Bus“. Das steht auch auf den Nummernschildern. Auf der Insel wird wie bei uns auf der rechten Seite gefahren. Die Straßenverhältnisse sind gut. An beiden Piers unterhält Avis ein Büro. Aber Sie haben die Auswahl. Alle internationalen Verleiher und zahlreiche nationale Anbieter werben um Kunden.
Die Hauptstadt ist Willemstad – wie bereits erwähnt - durch die Sint Anna Baai in zwei Stadtteile geteilt. Der historisch ältere ist Punda, der spannendere ist Otrobanda. Wenn die Poton Brücke geöffnet ist und gerade mal wieder ein Schiff passieren lässt, verbinden kleine Fährschiffe kostenlos die Stadtteile. Wegen der bunten Giebelhäuser im niederländischen Kolonialstil wird Willemstad auch das "Amsterdam der Karibik" genannt. Fast die gesamte Stadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Besonders beeindruckend sind Spaziergänge durch den historischen Stadtkern.
Ausgangspunkt der Stadtbesichtigung in Punda ist die außergewöhnliche Königin Emma-Brücke, die über die schmale St. Anna Baai führt. Sie ruht auf mehr als einem Dutzend Pontons und wird mit Hilfe eines starken Schiffsmotors zur Seite geklappt, um die Durchfahrt zum Beispiel für Kreuzfahrtschiffe zu öffnen. Gleich rechts von der Brücke liegt Fort Amsterdam, das älteste Bauwerk der Stadt. Durch ein Tor gelangt man in den ausgedehnten Innenhof, der auf beiden Seiten von Regierungsgebäuden umgeben wird. Der interessanteste Bau ist die 1763 im schlichten niederländischen Barock erbaute Reformierte Kirche gegenüber dem Toreingang. Nur der aufgesetzte Dachreiter lässt erkennen, dass es sich um einen Sakralbau handelt. Der schlichte Kirchenraum ist im Stil einer niederländischen Seemannskirche gestaltet. Vier massive Säulen gliedern den Bau in drei Schiffe. Wie bei der Reformierten Kirche üblich, ist die Innenausstattung aus naturfarbenem Holz bewusst einfach gehalten. Südlich vom Fort Amsterdam und vor dem architektonisch wenig gelungenen Hochhaus des Hotels Curacao Plaza liegt die Plaza Piar. Dieser Platz war früher Bestandteil eines starken Befestigungssystems und wird noch heute auf seiner Seeseite von 3-5 Meter dickem Mauerwerk geschützt. Von der Plaza Piar gelangt man stadteinwärts vorbei am Fort Amsterdam zu dem am parkartigen Wilhelmina Plein gelegenen Stadhuis, das zwischen 1857 und 1858 im klassizistischen Stil erbaut wurde und ursprünglich Sitz der Kolonial Verwaltung war.
Während des Rundganges durch die schmalen Gassen fallen die sauberen, pastellfarbenen Anstriche der meisten Altstadtgebäude auf. Diese Farbgebung, die auf einen behördlichen Erlass von 1817 zurückgeht, sollte eine weniger schädliche Wirkung auf die Augen ausüben als der ursprünglich weiße Anstrich. Der Rundgang setzt sich entlang der Columbusstraat bis zur Mikve Israel Synagoge fort. Das in beigen Pastellfarben getünchte Gotteshaus hebt sich trotz des fehlenden Turmes deutlich von den umliegenden Gebäuden ab. Es wurde 1733 im schlichten Kolonialbarock erbaut und gilt als die älteste noch existierende Synagoge der Neuen Welt. Durch eine schmale Pforte betritt man einen kleinen Innenhof und hat dort Zugang zur Synagoge. Nach Verlassen der Synagoge kann man noch das jüdische Museum besuchen, das einen interessanten geschichtlichen Abriss über das Judentum auf den Niederländischen Antillen vermittelt. 1651 erlaubte die Holländisch-Westindische Handelskompanie 50 sephardischen Juden die Ansiedlung auf Curacao. Die Gemeinde vergrößerte sich bald durch Emigranten aus dem portugiesischen Brasilien. Nach Misserfolgen in der Landwirtschaft ließ sich ein Großteil dieser Juden in Willemstad nieder und gewann erheblichen Einfluss auf den Überseehandel.
Die Bürgerhäuser in der Breedestraat und Heerenstraat sind aufschlussreiche Beispiele für die an das tropische Klima angepasste niederländische Stadthausarchitektur früherer Jahrhunderte. Unter Beibehaltung des spitzgiebligen Satteldachs erhielt das Obergeschoss eine umlaufende Galerie, die als Sonnenschutz und zur Verbesserung der Luftzirkulation diente. Viele dieser Galerien wurden später, nach dem Einbau von Klimaanlagen, mit Fenstern versehen, um zusätzlichen Raum zu gewinnen. Heute befinden sich in den Häusern der beiden Straßen fast ausschließlich Geschäfte mit einem internationalen Angebot an zollfreien Luxusgütern. Die eleganten Boutiquen, Juweliergeschäfte und Parfümerien können durchaus mit denen vieler Weltstädte konkurrieren.
Eine kleine Unterbrechung empfiehlt sich auf dem Gomezplein, einem kleinen Platz mit Straßencafes, die vorzügliche Mixgetränke anbieten. An der Ecke zur Breedestraat erklingt stündlich ein Glockenspiel, das ebenfalls auf niederländische Tradition zurückgeht. Der Rundgang durch die Altstadt endet am schwimmenden Markt (Floating Market). Bis in die Nachmittagsstunden hinein machen dort überwiegend venezolanische Küstensegler fest und bieten unter aufgespannten Segeln, die als Sonnenschutz dienen, ihre Waren an. Angeboten werden vor allem Obst und Gemüse, deren Anbau sich auf Curacao wegen des permanenten Wassermangels kaum lohnt. Unmittelbar hinter dem schwimmenden Markt erblickt man den Rundbau der Markthalle.
Falls es die Zeit noch erlaubt, sollte man auch das gegenüberliegende Otrabanda in den Stadtrundgang einbeziehen. Es ist leicht über die schon erwähnte Pontonbrücke oder auch mit der Fähre zu erreichen, falls die Brücke zurückgeklappt sein sollte. Hier liegt Ihr Kreuzfahrtschiff. Die Haupteinkaufsstraße des Stadtteils Otrobanda, dessen Mode-, Schmuck-und Kosmetikboutiquen von Kreuzfahrtpassagieren natürlich gerne besucht werden, ist die in Ost-West-Richtung verlaufende Breedestraat.
Wenn Sie einen Mietwagen haben, sollten Sie über die Königin-Juliana-Brücke fahren. Mit ihrem weiten Spannbetonbogen prägt diese Brücke sein 1974 das Stadtbild von Willemstad. Von dort aus haben Sie aus ca. 50 m Höhe einen schönen Ausblick auf die seewärts gelegene Altstadt von Willemstad und Ihr Kreuzfahrtschiff. Ein tolles Foto für das Album Ihrer Karibik Kreuzfahrt.
Ein weiteres Highlight ist das Curacao Sea Aquarium. Neben den zahlreichen Aquarien gibt es Streichelbecken, ein Unterwasser-Observatorium (hier können Sie die Fütterung der Haie beobachten) und ein IMAX Kino. Außerdem können Sie mit Delphinen oder Seelöwen schwimmen. Direkt nebenan liegt einer der schönsten Strände der Insel, der nach dem Aquarium benannt wurde.
Aber vielleicht möchten Sie Korallen und Fische nicht nur im Aquarium bewundern. Curaçao wird von prächtigen Tauchstellen umsäumt. An vielen Stellen können Sie direkt vom Strand aus starten. Die reizvollsten Tauchgebiete befinden sich alle an der Südwestseite der Insel. Die Strecke vom Westpunt zum Leuchtturm auf Kap St. Marie wird Banda Abao genannt. Das Tauchgebiet Centraal Curaçao ist der Bereich zwischen Bullenbaai und dem Princess Beach Hotel. Der Curaçao Unterwasserpark ist das südlichste Gebiet und reicht vom Princess Beach Resort bis zur Ostspitze der Insel.
Landhuis Chobolobo: Aus den Schalen von Bitterorangen wird das Nationalgetränk von Curacao hergestellt: Der Curaçao-Likör. Erhältlich ist dieser Likör in verschiedenen Farben. Die bekannteste Variante ist jedoch - Sie vermuten es bereits - Blue Curaçao. Im Landhaus Chobolobo können Sie das Herstellungsverfahren ansehen. Dort wird dieser Likör bereits Jahrzehnte lang mit größter Sorgfalt destilliert.
Christoffel National Park: Eine faszinierende Landschaft im Nordwesten der Insel mit exotischer Flora und Fauna . Acht markierte Wanderwege und einige Pisten erschließen das Terrain rund um den Mount Christoffel. Außerdem zeigt das Museum im Landhuis Savonet (am Parkeingang) Artefakte aus der Vor- und Frühgeschichte der Insel.
Auf Curacao können Sie aus knapp vierzig Stränden und Buchten Ihre Auswahl treffen. Aufgrund der Korallen sollten Sie unbedingt Badeschuhe tragen.
Der Seaaquarium Beach in der Nähe der Hauptstadt Willemstad ist ein sehr attraktiver Strand. Auch für Familien. Es bietet sich an, den Besuch des Aquariums mit einem Strandaufenthalt zu verbinden. Es gibt zahlreiche Wassersportangebote. Der Nutzung des Strandes ist gebührenpflichtig.
Die Playa PortoMari ist ein schöner Sandstrand an der Westküste von Curacao und ein Paradies für Schnorchler. Den Korallen und Fischen hat man mit so genannten Reef Balls (Betonglocken) ein neues Heim geschaffen. Was diese dankend angenommen haben. Ein Restaurant mit Bar sorgt für Ihr leibliches Wohl.
Ein weiterer schöner Strand an der Westküste ist Daaibooi. Auch hier können Sie gut schnorcheln (insbesondere an beiden Enden der Bucht). Kleine Hütten spenden Schatten. Ein Kiosk verkauft Snacks und kühle Getränke. Cas Abao ist ein Strand mit kompletter Infrastruktur. Hier können Sie hervorragend tauchen und schnorcheln sowie jede Art Wassersport betreiben. Der Zugang zum Strand ist gebührenpflichtig.
In allen Häfen, die regelmäßig Ziel von Karibik Kreuzfahrten sind, gibt es zahlreiche lokale Ausflugsveranstalter. Diese sind in der Regel günstiger als die Ausflüge, die Sie auf dem Schiff buchen können. Eine sehr gute Informationsquelle ist das Forum der amerikanischen Seite Cruise Critic. Hier tauschen amerikanische Kreuzfahrer ihre aktuellen Erfahrungen aus.
Ein der größten Ausflugsanbieter vor Ort ist Curacao Actief. Hier finden Sie garantiert etwas. Zum Beispiel eine Jeeptour im Christoffel National Park oder ein geführter Ausflug in die Unterwasserwelt der Insel.
Der Veranstalter Atlantis Adventures bietet auf mehreren Inseln in der Karibik Tauchfahrten mit modernen Unterseebooten und Halbunterseebooten an. Curacao hat das Unternehmen auch eine Stadtrundfahrt durch Willemstadt mit einem so genannten Trolley Train im Programm. Die gut einstündige Rundfahrt kostet 20 US Dollar pro Person.
Im Rahmen der East to West Tour von Curacao Wildtours lernen Sie die gesamte Insel kennen. Der Ausflug kostet 48 US Dollar pro Person. Getränke und ein Mittagessen sind enthalten.
Ein Beispiel für ein Taxiunternehmen, mit dem Sie auch die Insel erkunden können, ist Tio Taxi. Angebote wird zum Beispiel Strandausfluges zum Playa PortoMari Beach. In dem Preis von 30 US Dollar sind der Transport, der Eintritt, die Sonneliegen und ein Getränk enthalten.
Sie kennen diesen Hafen und haben noch Tipps für andere Kreuzfahrer. Dann wäre es nett, wenn Sie Ihre Erfahrungen hier zur Verfügung stellen.
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