Antigua (gesprochen: Antiiga) ist die größte der ehemals britischen Inseln über dem Winde. Groß ist allerdings relativ. Auf der 23 Kilometer langen und 18 Kilometer breiten Trauminsel leben ca. 77.000 Menschen. Besonders stolz ist man auf die mit Palmen gesäumte Küstenlinie an der Sie an jedem Tag eines Jahres an einem anderen Strand baden können. Antigua ist die Insel der 365 Strände. Alle – auch die Hotelstrände – sind öffentlich zugänglich.
Antigua & Barbuda Tourist Office
Christoph Kolumbus sichtete Antigua auf seiner zweiten Reise in die Neue Welt im Jahr 1493. Er benannte die Insel damals nach der Wunderheiligen in der Kathedrale von Sevilla Santa Maria de la Antigua. Die Briten sprachen diesen Namen falsch aus, und so hat sich bis heute der Name „Antiga" erhalten. 1632 segelte Edward Warner unter dem Oberbefehl seines Vaters Sir Thomas Warner von St. Kitts herüber und machte die Insel zur britischen Kolonie. Aufgrund der feindlich gesinnten Carib-Indianer und dem Fehlen natürlicher Süßwasserquellen waren zuvor keine Kolonisationsversuche unternommen worden. Mit Ausnahme einer kurzen Besetzung durch die Franzosen von 1666 bis 1667 war die Insel in britischem Besitz. 1674 legte der britische Zuckerrohrpflanzer Sir Christopher Codrington, der aus Barbados kam, die erste große Zuckerrohrplantage an. Er nannte die Plantage nach seiner Tochter Betty's Hope. Mit der Einführung des Zuckerrohranbaus hielt auch die Sklaverei auf der Insel Einzug. Betty's Hope können Sie noch heute besichtigen. Die Zuckerwirtschaft auf Antigua war abhängig von Sklavenarbeit und Schutzzöllen, die daheim in England hohe Preise garantierten. Die Abschaffung der Sklaverei 1834 hatte dramatische Folgen für die Wirtschaft. Der ständige Druck, Zucker im Freihandel zu vermarkten, ließ die Preise drastisch sinken und führte zum Niedergang der Zuckerrohrplantagen. Trotzdem blieb Zucker auf Antigua nach wie vor ein wichtiger Erwerbszweig. 1967 erlangte Antigua unter der Führung von V.C. Bird die Unabhängigkeit von Großbritannien im Rahmen einer so genannten „Statehood in Association with Britain", die unabhängige Innen- und Außenpolitik garantierte. Am 1. November 1981 erlangte Antigua die volle politische Souveränität, V.C. Bird wurde Premierminister.
Antigua ist also eine ehemalige Kolonie Großbritanniens. Deshalb ist Englisch auch heute noch die Hauptsprache. Die Währung ist der Eastern Caribbean Dollar. Sie können aber praktisch überall mit US Dollars bezahlen. Wenn Sie auf Ihrer Karibik Kreuzfahrt in Antigua Station machen, brauchen Sie also kein Geld zu wechseln. Weitere Informationen über Antigua finden Sie bei Antigua Nice oder auf der deutschsprachigen Webseite der Antigua and Barbuda Tourism Authority.
Die Kreuzfahrtschiffe legen in der Hauptstadt St. John's an. Der Heritage Quay und der Redcliffe Quay wurden Ende der 80er Jahre errichtet und bieten bis zu vier Kreuzfahrtschiffen Platz. Wenn das nicht reicht, weichen Kreuzfahrtschiffe zum Deep Water Harbour Terminal aus, das ca. 1,5 Kilometer von St. John entfernt liegt. Am Heritage Quay finden Sie sehr attraktive Shoppingmöglichkeiten. Am Redcliffe Quay dominieren elegante Restaurants und Cafes.
Im Bereich des Hafens finden Sie jede Menge Taxen. Sie brauchen nicht danach Ausschau zu halten. Die Taxen finden Sie! Taxis haben auf Antigua keine Taxameter, die Tarife werden von der Regierung festgesetzt. Klären Sie den Fahrpreis nach Möglichkeit vor der Abfahrt. Die Fahrt nach Dickinson Bay kostet ca. 10 US Dollar. Weitere beispielhafte Fahrpreise auf Antigua sind: Runawy Bay (10 $), Deep Bay (10 $), Nelsons Dockyard (25 $). Die Fahrpreise verstehen sich für ein Taxi mit vier Passagieren. Für Kreuzfahrtschiffe, die im Deep Water Harbour liegen, gibt es einen Taxi Shuttleservice. In diesem Fall beträgt der Fahrpreis 2.50 $ pro Person vom Deep Water Harbour in die Innenstadt von St. Johns.
Die Busse sind wie überall in der Karibik sehr günstig, unserer Meinung nach aber nur begrenzt empfehlenswert. Sie können sich auf die Fahrpläne nicht wirklich verlassen. In St. John gibt es zwei Busbahnhöfe. Von der East Bus Station in der Independence Street können Sie Ziele im Norden und im Osten der Insel erreichen. Wenn Sie Ziele im Westen und im Süden besuchen möchten, starten Sie an der West Bus Station.
Wenn Sie kein Problem mit dem Linksverkehr haben (Antigua war eine britische Kolonie!) ist ein Mietwagen ein empfehlenswertes Transportmittel. Allerdings benötigen Sie einen lokalen Führerschein, den Sie für ca. 20 US $ bei der Autovermietung bekommen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt auf der gesamten Insel bei ca. 60 Stundenkilometern. In St. John's gibt es Büros der großen Autovermieter Avis, Budget, Hertz oder National.
Antigua ist eine grüne, hügelige Insel mit vielen schönen Stränden. Sehenswert ist die Hauptstadt St. John's mit malerischen Holzhäusern, schöner Kathedrale und buntem Markt. Oberhalb der Stadt steht das Fort James mit der besten Aussicht auf St. John's. Hauptattraktion ist der Naturhafen English Harbour mit Nelson's Dockyard. Admiral Lord Nelson lebte hier 1784 als Flottenkommandeur. Heute ankern hier viele Yachten und Segelboote. Teile der historischen Schiffswerft sind noch zu sehen. Von der Befestigungsanlage Shirley Heights, oberhalb des English Harbour haben Sie einen weitreichenden Rundblick über Karibik- und Atlantikseite von Antigua. In Indian Town an der Nordostküste haben die Brecher des Atlantiks eine natürliche Felsenbrücke geschaffen, die Devil's Bridge. Durch die tropische Hügellandschaft im Südwesten führt die Panoramastraße Fig Tree Drive. Aber der Reihe nach:
Shirley Heights ist ein Hügel mit den Ruinen einer englischen Befestigungsanlage. Von hier gibt es fantastische Ausblicke auf English Harbour und den Süden der Insel (s. großes Bild oben)! Und an Sonntagen (im Winter auch an Donnerstagen) findet hier oben ab dem Nachmittag eine muntere Party mit Steel Band und Barbecue statt. In der Nähe befindet sich das Dow Hill Interpretion Centre. Hier können Sie sich im Rahmen einer Multimedia Show über die Geschichte der Insel informieren.
English Harbour ist ein traumhafter Naturhafen an der Südspitze der Insel Antigua. Im 18. und 19. Jahrhundert war English Harbour ein wichtiger Hafen der Royal Navy. Die einstige Flottenbasis - heute Nelson's Dockyard genannt - ist erstaunlich gut erhalten und heute ein Freilichtmuseum.
Betty’s Hope erinnert an die blühende Zuckerindustrie und die Zuckerbarone im 18. und 19. Jahrhundert. Und die damit verbundene Sklaverei. Die restaurierte Zuckerwindmühle wurde nach der Tochter des Gründers benannt. Über die Geschichte der Plantage können Sie sich in einem kleinen Museum informieren.
Die Hauptstadt St. John's ist auch ein gutes Pflaster für einen ausgedehnten Kaufrausch. Es gibt gute Angebote für Schmuck und edle Designeruhren. In geringer Entfernung vom Liegeplatz des Kreuzfahrtschiffes befindet sich direkt am Wasser der Heritage Quay, wo rund 35 Läden, darunter auch die meisten zollfreien Läden, untergebracht sind. Weitere Läden befinden sich im angrenzenden Redcliffe Quay, der im traditionelleren Stil von St. Johns gehalten ist. Hier können Sie unter Palmen einen Drink zu sich nehmen und etwas essen. Dies ist der älteste und schönste Teil der Hauptstadt. Die historischen Gebäude sind liebevoll restauriert und im karibischen Stil bunt bemalt. Früher wurde hier mit Rum und Sklaven gehandelt. Heute finden Sie in den alten Hafengebäuden Souvenirgeschäfte. Die schmalen Gassen der Hauptstadt St. John’s können Sie vom Hafen aus zu Fuß erkunden. Sehenswert ist die St. John’s Anglican Church, die mit ihren hohen Türmen das Stadtbild von St. John's prägt. Größter Schatz im Kircheninneren ist eine Figur, die Johannes den Täufer darstellt. Diese stammt angeblich von einem der Schiffe Napoleons.
Die Insel Antigua hat für jeden Geschmack den entsprechenden Strand. Selbst wenn Sie manchmal das Gefühl haben, dass Sie sich auf dem Gelände eines Hotels befinden. Es ist Auf Antigua gesetzlich geregelt, dass alle Strände öffentlich zugänglich sein müssen. Wenn Sie nicht weit fahren möchten, bietet sich der Fort James Beach an. Dieser ist nur ca. 5 Minuten vom Hafen entfernt. Das Taxi kostet ca. 8 US $. Am Strand können Sie Liegestühle und Sonnenschirme mieten. Fort James hat früher den Hafen von St. John gesichert. Wenn Sie nicht die ganze Zeit über am Strand liegen wollen. Die Ruinen des Forts sind eine schöne Abwechselung. Etwas weiter nördlich liegt der Dickenson Bay Beach. Der ca. 800 Meter lange Strand ist einer schönsten und lebhaftesten auf der Insel. Hier gibt es zahlreiche Hotel, Restaurants und Wassersportmöglichkeiten.
Im Südwesten von Antigua finden Sie ruhigere Traumstrände. Am Darkwood Beach können Sie in kristallklarem Wasser schnorcheln. Die Ausrüstung können Sie am Strand ebenso mieten, wie Liegestühle und Sonnenschirme. Sehr schön ist auch der in der Nähe gelegene Turners Beach. Von hier aus können Sie bei guter Sicht die Insel Montserrat mit ihrem Vulkan sehen. Der am meisten fotografierte Strand der Insel ist der Half Moon Bay Beach im Südosten von Antigua. Der herrlich feine Sand schimmert rosa. Auf dieser Seite der Insel gibt es auch tolle Wellen.
In allen Häfen, die regelmäßig Ziel von Karibik Kreuzfahrten sind, gibt es zahlreiche lokale Ausflugsveranstalter. Diese sind häufig günstiger als die Ausflüge, die Sie auf dem Kreuzfahrtschiff buchen können. Eine sehr gute Informationsquelle ist das Forum der amerikanischen Webseite Cruise Critic. Hier tauschen amerikanische Kreuzfahrer ihre aktuellen Erfahrungen aus.
Die Firma Adventure Antigua ist das Unternehmen des früheren Windsurfers und Olympiateilnehmers Eli Fuller. Er bietet zwei Touren an. Die Eco Tour (100 US $ pro Person) und die Xtreme Circumnav (170 US $ pro Person). Beide sind Ganztagesausflüge mit diversen Stopps zum Baden und Schnorcheln. Die Ausrüstung ist ebenso im Preis enthalten, wie die Getränke und das Mittagessen. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Ausflügen ist das Boot. Bei der Xtreme Circumnav sind Sie mit einem Rennboot unterwegs.
Mit Scenic Tours Antigua können Sie Inselrundfahrten machen. Die beliebteste Tour ist die sechsstündige Island Experience Tour und kostet pro Person 30 US $ ohne und 35 US$ mit Strandaufenthalt.
Rundflüge können Sie bei Caribbean Helicopters buchen. Es besteht auch die Möglichkeit, den Vulkan der Nachbarinsel Montserrat zu überfliegen. Der Flug dauert 45 Minuten und kostet 240 US $ pro Person.
Erkunden Sie den North Sound Marine Park mit dem Kayak. Das ist Angebot von Antigua Paddles. Sie paddeln durch Mangrovenwälder, erkunden eine unbewohnte Insel und schnorcheln an einem lebenden Korallenriff. Die vierstündige Tour wird zweimal täglich angeboten und kostet 55 US $ pro Person. Kreuzfahrer werden in St. John’s abgeholt.
Gordon von Tourguide Gordon ist ein sehr sympathischer Inselführer. Im Rahmen seiner Best of Paradise Island Tour (40 US Dollar pro Person) besuchen Sie zum Beispiel Shirley Hights, Nelsons Dockyard, das Dowhill Interpretation Centre und Devils Bridge. Zeit für einen Aufenthalt am Long Bay Beach ist ebenfalls eingeplant.
Sie kennen diesen Hafen und haben noch Tipps für andere Kreuzfahrer. Dann wäre es nett, wenn Sie Ihre Erfahrungen hier zur Verfügung stellen.
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